
Was ist eine API-Schnittstelle?
Eine API-Schnittstelle ist eine festgelegte Verbindung, über die ein Programm Daten oder Funktionen eines anderen Programms nutzt, ohne dessen Innenleben zu kennen. Die API legt fest, welche Anfragen erlaubt sind und in welcher Form die Antwort zurückkommt.
Wie funktioniert eine API-Schnittstelle?
Eine API-Schnittstelle funktioniert nach dem Prinzip Anfrage und Antwort: Ein Programm schickt eine Anfrage nach den Regeln der API, das andere verarbeitet sie und antwortet. API steht für Application Programming Interface. Mozilla beschreibt eine API als Sammlung von Funktionen und Regeln, über die andere Software mit einem Programm arbeiten kann, im Gegensatz zu einer Oberfläche, die ein Mensch bedient. Die API ist damit eine Art Vertrag: Das anbietende Programm legt fest, welche Anfragen es annimmt und was es zurückgibt. Weil „Interface“ schon Schnittstelle bedeutet, ist „API-Schnittstelle“ genau genommen doppelt gesagt. Gemeint ist mit beiden Begriffen dasselbe.
Bei Web-APIs läuft der Austausch über HTTP, das Übertragungsverfahren des Internets. Ein Programm schickt eine Anfrage an eine feste Internetadresse, zum Beispiel mit der Methode GET, um Daten abzurufen. Der Server antwortet mit einem Statuscode, der das Ergebnis der Anfrage beschreibt, und liefert die Daten in einem vereinbarten Format zurück.
Welche Arten von APIs gibt es?
APIs lassen sich danach unterscheiden, wo sie laufen und nach welchem Bauprinzip sie Anfragen annehmen. Bei APIs, die Webseiten im Browser nutzen, trennt Mozilla zwei Gruppen:
- Browser-APIs sind fest im Webbrowser eingebaut und geben Programmen Zugriff auf Daten des Browsers und des Geräts, zum Beispiel die Web Audio API für Töne.
- Drittanbieter-APIs sind nicht im Browser enthalten, sondern kommen von einem anderen Anbieter, zum Beispiel die Google Maps API für Karten.
Web-APIs, über die Programme Daten über das Internet austauschen, lassen sich nach ihrem Bauprinzip unterscheiden, zum Beispiel:
- REST ist ein Architekturstil, den Roy Fielding im Jahr 2000 in seiner Dissertation beschrieben hat. Jede Information, die sich benennen lässt, etwa ein Dokument oder ein Bild, kann eine Ressource sein, die über eine eigene Kennung angesprochen wird. Jede Anfrage muss alle Angaben enthalten, die der Server zum Verstehen braucht. Webflow beschreibt seine Endpunkte als RESTful.
- SOAP ist laut W3C ein schlankes Protokoll für den Austausch strukturierter Informationen und baut auf XML auf, einer Auszeichnungssprache für Daten.
- GraphQL ist eine Abfragesprache, mit der ein Programm beschreibt, welche Daten es braucht. Laut Spezifikation enthält die Antwort genau das, was das anfragende Programm verlangt, und nicht mehr.
Nach dem Zugang unterscheidet man außerdem öffentliche APIs, die externe Entwickler nutzen können, Partner-APIs für ausgewählte Geschäftspartner und interne APIs, die nur Programme innerhalb eines Unternehmens verbinden.
Wofür nutzen Unternehmen API-Schnittstellen?
Unternehmen nutzen API-Schnittstellen, damit Programme Daten austauschen, ohne dass jemand sie von Hand überträgt. Ein Onlineshop kann so Bestellungen an das Warenwirtschaftssystem melden, und ein CRM-System, also die Kundendatenbank, kann neue Anfragen von der Website übernehmen. Viele Anbieter stellen dafür eigene APIs bereit. Webflow bietet nach eigener Angabe eine umfangreiche Sammlung von Endpunkten an, also Adressen für einzelne Aufgaben, über die andere Programme zum Beispiel Daten einer Website abrufen.
In der Automatisierungs-Software n8n übernimmt der Baustein „HTTP Request“ diese Aufgabe. Laut n8n-Dokumentation fragt er Daten bei jeder App und jedem Dienst ab, der eine REST-API anbietet. Ein Workflow, eine festgelegte Folge von Arbeitsschritten, kann so Daten aus einem System lesen und in ein anderes schreiben.
Welche Vor- und Nachteile hat eine API-Schnittstelle?
Eine API verbindet Programme, ohne dass eines wissen muss, wie das andere intern arbeitet; dafür hängt jede Verbindung von den Regeln des Anbieters ab. Mozilla vergleicht APIs mit einer Steckdose. Wer ein Gerät nutzen will, steckt es ein, statt es selbst an die Stromleitung anzuschließen. Genauso verbirgt eine API die komplizierte Technik und bietet stattdessen einen einfacheren Zugang.
Die Regeln des Anbieters setzen Grenzen. Webflow erlaubt je nach Tarif 60 oder 120 Anfragen pro Minute, im Enterprise-Tarif nach Vereinbarung. Wer mehr schickt, erhält den Statuscode 429 („Too Many Requests“) und muss so lange warten, wie das Feld „Retry-After“ im Kopf der Antwort angibt. Eine Automatisierung muss solche Grenzen einplanen. Ändert ein Anbieter seine API, kann außerdem eine bestehende Verbindung ausfallen. Hilfreich ist deshalb, wenn ein Anbieter seine Versionen kennzeichnet. Bei Webflow steht die Versionsnummer in der Adresse, derzeit „v2“.
Wie wird eine API abgesichert?
Eine API wird über eine Anmeldung und eng begrenzte Zugriffsrechte abgesichert; die Verbindung läuft dabei verschlüsselt über HTTPS. Webflow erwartet zum Beispiel einen Zugangsschlüssel, ein sogenanntes Token, im Kopf der Anfrage. Ein solches Token erzeugen Administratoren in den Website-Einstellungen und legen dabei fest, welche Berechtigungen, sogenannte Scopes, es erhält. Webflow empfiehlt, nur die nötigen Scopes zu vergeben, für jeden Einsatzzweck ein eigenes Token zu erzeugen und nicht mehr benötigte Tokens zu widerrufen.
Soll ein fremdes Programm im Namen eines Nutzers zugreifen, gibt es dafür den Standard OAuth 2.0 der IETF. Er ermöglicht einer Drittanwendung einen begrenzten Zugriff auf einen Dienst, ohne dass der Nutzer ihr seinen Benutzernamen und sein Passwort verrät. Zugangsschlüssel gehören nicht in E-Mails oder Tabellen, sondern in die geschützte Zugangsdatenverwaltung des jeweiligen Werkzeugs. n8n verschlüsselt Zugangsdaten laut eigener Dokumentation, bevor es sie in der Datenbank speichert.
Was kostet eine API-Schnittstelle?
Was eine API-Schnittstelle kostet, hängt vom Aufwand für Einrichtung und Pflege und von den Nutzungsbedingungen des Anbieters ab. Einen festen Preis gibt es deshalb nicht. Diese Faktoren bestimmen die Kosten:
- Einrichtung: Bietet eine Automatisierungs-Software einen fertigen Baustein für den Dienst, ist der Aufwand in der Regel geringer als bei einer eigenen Programmierung.
- Nutzungsgebühren: Manche Anbieter rechnen nach Nutzung ab. Google Maps Platform berechnet zum Beispiel jedes abrechenbare Ereignis, etwa eine erfolgreiche Anfrage, und gewährt je Dienst ein monatliches kostenloses Kontingent.
- Tarif: Bei Webflow richtet sich die Zahl der erlaubten Anfragen nach dem Tarif der Website.
- Pflege: Jede Verbindung braucht eine Überwachung und Anpassungen, sobald der Anbieter seine API ändert.

So könnte das aussehen: Ein Großhändler für Sanitärbedarf erhält Bestellungen über seinen Onlineshop. Bisher tippt eine Mitarbeiterin jede Bestellung von Hand in das Warenwirtschaftssystem ab. Mit einer API-Verbindung könnte ein Workflow in der Automatisierungs-Software n8n die neuen Bestellungen in festen Abständen über die API des Shops abrufen. Anschließend würde er sie über die API der Warenwirtschaft als Auftrag anlegen.
Meldet eine der beiden APIs, dass zu viele Anfragen eingegangen sind, wartet der Workflow die genannte Zeit ab und versucht es danach erneut. Das Vertriebsteam fände neue Aufträge dann ohne Abtippen in der Warenwirtschaft vor und könnte sich auf Rückfragen und Sonderfälle konzentrieren.
Was unterscheidet eine API-Schnittstelle von einem SDK?
Die API legt fest, welche Anfragen ein Programm stellen darf und welche Antworten es zurückbekommt. Ein SDK (Software Development Kit) ist dagegen ein Werkzeugpaket für Entwickler. Mozilla beschreibt es als Sammlung von Werkzeugen, mit denen sich Software für eine bestimmte Plattform erstellen lässt; meist stellt der Anbieter dieser Plattform es bereit. Viele Anbieter liefern zu ihrer API ein SDK, das die Anbindung erleichtert. Wie sich eine API von einem Webhook unterscheidet, erklärt der Glossar-Eintrag „Webhook“.
- Braucht man ein SDK, um eine API zu nutzen? Nein. Eine Web-API lässt sich auch direkt mit HTTP-Anfragen ansprechen, etwa mit dem Baustein „HTTP Request“ in n8n. Die Angaben, die Anthropic im Kopf jeder Anfrage an seine API verlangt, setzt dann der Absender selbst; mit dem SDK geschieht das automatisch.
- Was nimmt ein SDK dem Entwickler ab? Laut Anthropic übernehmen seine SDKs unter anderem die Anmeldung, das Format der Anfragen, die Fehlerbehandlung und automatische Wiederholungsversuche.
- Für welche Programmiersprache gilt es? Ein SDK ist jeweils für bestimmte Programmiersprachen gebaut, eine Web-API dagegen nicht. Webflow bietet SDKs für JavaScript und Python an, Anthropic für sieben Sprachen, darunter Python, TypeScript und Java.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen API und Schnittstelle?
Schnittstelle ist der Oberbegriff für jede Verbindung zwischen zwei Systemen, auch zwischen Mensch und Maschine. Eine API ist eine Schnittstelle, die für Programme gedacht ist. Mozilla grenzt sie ausdrücklich von einer Benutzeroberfläche für Menschen ab.
Braucht man Programmierkenntnisse, um eine API zu nutzen?
Für eigene Programme ja. Automatisierungs-Software wie n8n stellt aber fertige Bausteine bereit, in die Adresse, Methode und Anmeldung eingetragen werden. Gibt es für einen Dienst einen vordefinierten Zugangsdaten-Typ, empfiehlt n8n, diesen zu verwenden.
Woran erkennt man, was eine API kann?
Was eine API kann, steht in ihrer Beschreibung, die alle Adressen, erlaubten Anfragen und möglichen Antworten aufführt. Dafür gibt es die OpenAPI-Spezifikation. Sie definiert laut ihrer Einleitung eine einheitliche, von der Programmiersprache unabhängige Beschreibung für HTTP-APIs. Menschen und Programme erkennen daran, was ein Dienst kann, ohne seinen Quellcode lesen oder den Datenverkehr mitschneiden zu müssen.
Quellen
- Mozilla MDN Web Docs: API (Glossar) (abgerufen am 03.11.2026)
- Mozilla MDN Web Docs: Introduction to web APIs (abgerufen am 04.11.2026)
- IETF: RFC 9110 HTTP Semantics (abgerufen am 03.11.2026)
- IETF: RFC 6749 The OAuth 2.0 Authorization Framework (abgerufen am 04.11.2026)
- Roy T. Fielding (University of California, Irvine): Dissertation, Kapitel 5 Representational State Transfer (REST) (abgerufen am 04.11.2026)
- W3C: SOAP Version 1.2 Part 1: Messaging Framework (abgerufen am 04.11.2026)
- GraphQL Foundation: GraphQL Specification (October 2021) (abgerufen am 04.11.2026)
- OpenAPI Initiative: OpenAPI Specification v3.2.0 (abgerufen am 03.11.2026)
- Webflow Developer Docs: Rate Limits (abgerufen am 04.11.2026)
- Webflow Developer Docs: Introduction (Data API) (abgerufen am 04.11.2026)
- Webflow Developer Docs: Site Token (abgerufen am 04.11.2026)
- n8n Docs: HTTP Request node (abgerufen am 03.11.2026)
- n8n Docs: Set a custom encryption key (abgerufen am 04.11.2026)
- Google Maps Platform: Pay-as-you-go pricing (abgerufen am 04.11.2026)
- Mozilla MDN Web Docs: SDK (Software Development Kit) (abgerufen am 04.11.2026)
- Webflow Developer Docs: SDKs (abgerufen am 04.11.2026)
- Anthropic: Claude Platform Docs – API overview (abgerufen am 04.11.2026)
- Anthropic: Claude Platform Docs – CLI, SDKs, and libraries (abgerufen am 04.11.2026)

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